ID: INTERVIEW · AUSTRIA

KRAWALLBARBIE.

Den eigenen Platz finden.

Maria über Repräsentation hinter den Decks, gemeinsame Sets mit Who is Ela¿ und das Gespür fürs Opening.

Im Gespräch mit Maria · Krawallbarbie
Krawallbarbie mit rosafarbener Brille.
Foto: Krawallbarbie (courtesy)

Der entscheidende Moment war kein bestimmter Track. Maria sah an ihrer Uni eine Frau auflegen und dachte: «Hey, ich kann das auch!» Als Krawallbarbie schafft sie heute selbst Repräsentation in ihren Line-ups. Im Gespräch erzählt sie von Ela, albernen Deutschrap-Edits und davon, warum ein Opening nicht gleich alles verraten muss.

Vom gemeinsamen Opening beim Paradies Garten führt das Gespräch in die Forelle Kitchen. Krawallbarbie spricht über das Zusammenspiel mit Who is Ela¿, die Vorbereitung auf einen Clubabend und die Freiheit, nach ein oder zwei möglichen Openern einfach loszuspielen.

01 / IM GESPRÄCH

«Hey, ich kann das auch!»

Krawallbarbie an einer blauen Metalltreppe.
Foto: Krawallbarbie (courtesy)

Gab es einen Moment, in dem du gemerkt hast: Ich möchte selbst auflegen?

Bevor ich begonnen habe aufzulegen, habe ich mich eigentlich weniger damit auseinandergesetzt, was ich auflegen möchte. Der Moment, in dem bei mir die Entscheidung fiel – «Hey, ich kann das auch!» –, war, als ich an meiner Uni eine Frau gesehen habe, die aufgelegt hat.

Davor hatte ich meistens eher Männer spielen gesehen. Das hat mir die Motivation gegeben und auch das Verständnis dafür, dass ich mich als Frau repräsentiert gefühlt habe. Gerade deswegen ist es mir bis heute wichtig, in meinen selbst kuratierten Line-ups Repräsentation zu schaffen.

02 / IM GESPRÄCH

Von Ela lernen – und sich überraschen lassen

Was hast du beim gemeinsamen Auflegen gelernt? Und womit kann dich Who is Ela¿ im Set überraschen?

Ich würde sagen, dass ich am meisten von Ela, Who is Ela¿, gelernt habe. Sie ist technisch einfach wirklich top; da kann sich jeder etwas abschauen und von ihr lernen! Aber auch ihre lockere, coole Art beim Auflegen steckt an.

Bei Ela und mir gab es schon so viele lustige gemeinsame Abende beim Auflegen. Ich glaube, wenn Ela mit einem richtig dummen Deutschrap-Edit ankommt, kann man mir immer eine Freude bereiten.

Oft ist Teasen auch besser, als gleich voll reinzugehen.
03 / IM GESPRÄCH

Einen Floor zum Bleiben bringen

Krawallbarbie und Who is Ela¿ beim Paradies Garten. Foto: @liz.prd.
Foto: @liz.prd

Beim Paradies Garten habt ihr das Opening gespielt. Was macht dir daran Spaß – und woran merkst du, dass du musikalisch einen Schritt weitergehen kannst?

Beim Paradies Garten war es zum Beispiel richtig cool, als die Leute reingelassen wurden und die Area erkundet haben. Da ging es darum, die Menschen von unserem Sound zu überzeugen, sodass sie bleiben. Ich glaube, das ist uns echt gut gelungen: Wir hatten einen vollen Floor, der bereit war für die nachfolgenden Acts. Die Stimmung haben wir, denke ich, erfolgreich vorbereitet.

Mit ein, zwei Tracks haben wir uns auch schon ein bisschen an schnellere Tracks vorgetastet. Da merkt man dann eh schnell, ob die Leute schon bereit sind. Dabei haben wir es dann aber auch belassen. Oft ist Teasen auch besser, als gleich voll reinzugehen.

04 / IM GESPRÄCH

Vorbereitung, Kontrast – und dann Freestyle

Nehmen wir deinen Abend in der Forelle Kitchen: Wie bereitest du dich darauf vor, und was möchtest du dort musikalisch schaffen?

Marø, die ja auch eine Freundin von mir ist, hat mich für den Abend in der Forelle Kitchen angefragt, was für mich eine große Ehre ist! Main Act ist Sven Väth. An dem Abend ist mir auf jeden Fall sehr wichtig, meinem Stil treu zu bleiben: einen Kontrast zum Mainfloor zu schaffen und Leute abzuholen, die vielleicht Abwechslung zu dessen Sound suchen.

Grundsätzlich bereite ich mich auf solche Abende so vor, dass ich in der Woche davor viele neue Tracks finde, damit ich abwechslungsreich spielen kann. Außerdem lege ich mir einige Tracks, die ich sicher spielen will, in meine Playlist und markiere sie mir – habe sie aber sowieso meistens noch im Kopf. Dazu kommen noch ein oder zwei Opener, je nachdem, wie die Person vor mir gespielt hat. Und dann: Freestyle!

Wenn ich sehr nervös vor einem Gig bin, bereite ich aber sogar das ganze Set vor, damit ich alle meine Tracks parat habe.

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KRAWALLBARBIE

Interview per E-Mail · Redaktion und Bildgestaltung: SCENE:ID. Krawallbarbie (courtesy) · @liz.prd